CARL2 - ein Hörspiel von Carl Close

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Vor vielen Jahren schrieb Carl Close "Die arschverdammte Carl-Dimension", leider gilt das Werk als verschollen. Es war ein kurzes Hörspiel und so populär, dass die Presse- und offiziellen Vertreter bei der Uraufführung in Fürth sich entschieden, den Raum zu verlassen, bevor sie das Hörstück anhören mussten.
Einen Nachfolger zu schreiben hat Carl Close nie geschafft, er konnte sich nicht vorstellen, an den Erfolg anzuknüpfen, vielleicht hat ihn das auch vom Schreiben abgebracht. Heute ließ er mir einen Entwurf für einen Nachfolger zukommen und sagte: "Es geht eh alles den Bach runter, veröffentliche das jetzt, sonst ist es zu spät." - Hier mit präsentiere ich "CARL2 - Eineigigkeit, Recht und Freiheit" - ein Drehbuch von Carl Close für OHRENDUSCHE.

CARL2 - Eineiigkeit, Recht und Freiheit (2005)
Ein Hörspiel-Drehbuch von Carl Close

OHRENDUSCHE? Ohja Ohrendusche. Ich kann gar nicht genug davon kriegen! Manchmal stehe ich sogar nachts auf dafür!

Carl wacht gerade auf. Neben ihn ein Stapel Plastikbierflaschen „Katzenbräu“.

Er durchwühlt den Haufen auf der Suche nach etwas Restalkohol.

Und da findet er etwas. Erst eine Stirn, dann ein paar Augen, eine Nase...dann wird es zu einem ganzem Gesicht.

Fuck, denkt sich Carl das bin ja ich. Zumindest sieht er so aus wie ich im Spiegel.

Carl zieht dem Kerl an der Nase. Doch keine Reaktion.

Kurz überlegt, geht Carl zur Spüle in der Küche und füllt kaltes Wasser in ein Glas.

Er schüttet es dem Kerl ins Gesicht.

Bernd: Oberliga! Unterliga! Fussi! Fussi!

Carl erschrickt sich; das Ding da kann ja sprechen. Auf den Schreck muss Carl erstmal was trinken.

Er wühlt weiter im Gebirge aus Plastikflaschen, bis er eine volle entdeckt.

Er ext die Flasche „Katzenbräu“ und plötzlich rollt es aus ihm raus die Worte.

Carl: Oben offen. Unten geschlossen! Hermes!

Carl wundert sich über seine eigenen Worte. Doch das Spiegel-Ding antwortet ihm.

Bernd: Trinken! Sieben Tage! 2 Meter lang!

Carl versteht nicht wieso, aber er versteht das Kauderwelsch ohne Probleme. Er geht in die Küche und füllt wieder Wasser in das Glas. Diesmal auf Zimmertemperatur. Und gibt dem Klon-Ding es zum Trinken.

SCHLÜRFEN

Bernd: Jahowa! Elochim!

Carl: Ach scheiße, du bist es Bernd! Mein verlorener Zwillingsbruder!

Bernd: Ach Carl!

Carl: Ach Bernd!

Bernd: Ach Carl!

Carl: Fuck Bernd, wie kannst du mich so erschrecken! Ich hatte dich schon ganz vergessen!

Bernd: Jaja ist schon recht. Säufst ja auch nicht schlecht.

Carl: Das sagst du, der da in dem Gebirge Plastikbierflaschen dahin vegetiert!

Das hier ist Bernd. Bernd ist ein Mensch. Er entfernt die Plastikflaschen von seinem Körper und versucht aufzustehen. Als es ihm gelingt ist ihm schwindlig.

Carl: Mach mal locker Bernd... setz dich hin, nimm dir einen Keks! Und erzähl was so abgeht.

Bernd: Als ich ein kleiner Junge war dachte ich wie ein Kind, ich fühlte wie ein Kind, ich lachte wie ein Kind, ich soff „Katzenbräu“ wie ein Kind. Als ich größer wurde legte ich ab was kindlich war.

Carl: Ach, Bernd!

Bernd: Heute back ich, morgen brau ich und übermorgen kack ich!

Carl: STFU Bernd!

Carl fing an es zu bereuen, seinen Zwillingsbuder ausgekramt zu haben. Andererseits war er selbst ziemlich dicht und konnte sich nicht wirklich gegen das Gelaber wehren.

Bernd: Viele Köche versalzen die Suppe – das ist das Salz in der Suppe.

Carl: Bernd, kannst du nicht mal die Klappe halten, mein Kopf tu mir schon weh.

PLONK PLONK PLONK

Jetzt bewerfen sich Carl und sein Zwillingsbruder mit Plastikbierflaschen.

PLONK PLONK PLOOOOOONK

Carl: Aua, die war voll!

Bernd: Ich muss mal dringend für kleine Mädchen!

Carl: Du kennst den Weg zur Toilette! Da hinten rechts.

Bernd geht zur Toilette. Sie ist besetzt. Auf dem Klo sitzt Sigmund Freud und redet mit sich selbst.

Sigmund Freud: All die Jahre die ich mich mit der Psychologie des Menschens beschäftigt habe und dennoch bin ich hinter eine Sache nie dahinter gekommen. Was will die Frau?

Bernd: Sigmund! Komm da raus! Ich muss dringend!!

Sigmund Freud: All die vielen Jahre! Und ich habe immer noch keine Antwort gefunden!

Bernd geht zurück zu Carl.

Bernd: Scheiße Carl, da sitzt Sigmund Freud auf dem Klo und will wissen was die Frau will.

Carl: Ach, Bernd. Sag es ihm doch einfach.

Bernd geht zurück zur Toilette und klopft an der Tür. KLOPF KLOPF

Bernd: Sigmund!

Sigmund Freud: All die arschverdammten Jahre des Studiums der Psychologie!! Und dennoch weiß ich nicht was die Frau will! Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte!

Bernd: Sigmund! Ich bin es Bernd!

Sigmund Freud: All die Jahre habe ich die Psychologie durchaus studiert...

Bernd: SIGMUND! Ich muss dringend!

Sigmund Freud: All die Jahre...

Bernd: STOP Sigmund, hör jetzt auf!

Sigmund Freud: Wer spricht da?

Bernd: Ich bin's Bernd. Mach die Tür auf und ich zeige dir was die Frau will!

Sigmund Freud: Was?

Bernd: Ja, Sigmund, es ist doch offensichtlich!! Aber komm jetzt erstmal daraus.

TÜRAUFSPERR TÜRÖFFNE

Sigmund Freud: Also was will die Frau?

Bernd: Also die Frau hier, ist die Klofrau und du gibst ihr einfach ein bisschen Trinkgeld und schon ist sie glücklich!

Sigmund Freud: Öööh.

Bernd: Und sei nicht so knausrig! Sei mal spendabel, du alter Dagobert.

Sigmund Freud: Nagut...

KLIMPERMÜNZE

Sigmund Freud gibt der Klofrau 50 Cent Trinkgeld.

Klofrau: Danke schön! Schönen Tag noch!

Sigmund Freud: Hahaha! Achso! Das war es also was die Frau will!

Bernd: Genau.

Sigmund Freud: Was war ich nur für ein Idiot. Hahahahahahah...hahaha

Lachend zieht Sigmund Freud von Dannen. Und Bernd kann endlich auf Toilette gehen.

WASSERLASSEN

Stunden später. Carl und Bernd spielen UNO. Da klopft es an der Tür. Es ist der Tod.

Tod: Aufmachen!!!

Carl: Jaja, ich komm ja schon.

Tod: Hallo!

Carl: Oh nein, Sie sind der Tod!

Tod: Richtig!

Carl: Was kann ich für sie tun?

Tod: Ich such einen gewissen Carl Close.

Carl denkt kurz nach.

Carl: Das bin ich nicht.

Tod: Aha.

Der Tod hält Carl einen Todesbescheinigunsschein vor die Nase.

Tod: Ich bin hier doch richtig, am Herschelplatz 23?

Carl: Öhm, ja doch.

Tod: Also, wer sind Sie?

Carl: Mein Name ist Bernd Close. Carl Close ist mein Zwillingsbruder. Kommen Sie doch rein!

Tod: Mit Vergnügen.

Bernd: Der Tod!

Carl: Genau Carl, er ist gekommen um dich zu holen.

Bernd: Wieso nennst du mich Carl?

Carl: Das ist der Carl Close!

Der Tod packt einen Jutesack aus und steckt den jammernden Bernd in den Sack.

HILFE HILFE

Tod: Noch eine Unterschrift und schon bin ich weg.

Carl unterschreibt den Wisch vom Tod und lächelt in sich hinein.

Carl: Na dann Tschüss!

HILFE HILFE

Carl: Ja, was ist denn noch? Was wollen Sie?

Der Tod hält die knochige Hand auf.

Carl: Achso, sie wollen Trinkgeld.

KLIMPERMÜNZeDUMPF

Carl wirft 50 Cent in die Hand des Erlösers.

Der Tod: Danke schön! Schönen Tag noch.

Carl: Ebenfalls! Und jetzt raus hier!

Der Tod: Bin schon weg!

Carl: Puh, das ging gerade noch mal gut!

Carl schaut auf den Stapel Plastikbierflaschen „Katzenbräu“.

Er durchwühlt den Haufen auf der Suche nach etwas Restalkohol.

Und da findet er etwas. Erst eine Stirn, dann ein paar Augen, eine Nase...dann wird es zu einem ganzem Gesicht.

Carl: Oh nein, nicht schon wieder!

Carl wühlt weiter. Erleichtert stellt er fest...

Carl: Ach, dass ist ja nur meine Guy Fawkes Maske! Scheiße da fällt mir ein! Es ist jetzt 10 vor 3. Um drei ist Demo gegen ACTA. Ich muss weg.

Und das war's...

CARL2 - Eineigigkeit, Recht und Freiheit – ein Hörspiel von Ohrendusche in Kooperation mit ich habe keinen Bock zu lernen.

OHRENDUSCHE? Ohja Ohrendusche. Ich kann gar nicht genug davon kriegen! Manchmal stehe ich sogar nachts auf dafür!

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