Ein Hut auf dem Kopf. Aus Zeitungspapier. Damit erregt man Aufmerksamkeit. In der U-Bahn oder auf der Straße. Es ist ungewöhnlich und neu, so dass es den Menschen auffällt. Es dringt ein in die selektive Wahrnehmung. Meine Begleiterinnen sind belustigt. Bis auf Viktoria. Sie schaut die ganze Zeit auf den Hut. Würde am liebsten ihn mir vom Kopf reißen. Ihr ist es peinlich.

Heute trage ich einen Anglerhut. Dieser hat viel erlebt. Er ist mir etwas zu klein. Ich habe ihn geschenkt bekommen. Macht man den Hut im Sommer nass, bewahrt man einen kühlen Kopf.

Einmal wollte mir meine Ex-Freundin ihre besten Freundinnen vorstellen. Ich hatte den Hut auf. Sie sagte an der Tür: Nimm den ab. Ich machte es, denn ich wollte sie nicht wirklich blamieren. Nur ein wenig ärgern.
Im Fernsehen gab es eine Serie mit Christian Ulmen. Er schlüpfte in die schrecklichsten Rollen und die Kandidatin musste diesen Typen als ihren neuen Freund in ihrem Umfeld vorstellen. War natürlich nicht ganz echt, aber trotzdem gab es wohl echte Emotionen. Wenn die Frau das Spiel lange genug mitspielte, bekam sie einen Preis. Natürlich setzte Ulmen alles daran, dass sie irgendwann die Situation aufklären will.

Und heute trug ich den Anglerhut seit langer Zeit mal wieder. Ich hatte ein Angebot im Internet gelesen: Kappenabend. Bei Wikipedia steht über diese Tradition, dass man sich nur mit einem Hut verkleidet. Aus Kostengründen? Der Anglerhut war deutlich eine Kappe. Ich hätte auch noch einen Tropenhut gehabt.

Stündlich gab es eine Polonaise von Blankenese bis nach Wuppertal. Immer 11 Minuten nach der vollen Stunde. Karaoke, Scharade, Musik, Tanz, draußen rauchen.
Zu Essen gab es Wienerle in der Semmel mit Senf. Und süße und salzige Snacks. Zu trinken Bier und Partyschnäpse.

Morgens um sieben verließ ich die Party, die schon lange vorbei war. Ich setzte mich mit Anglerhut in die Straßenbahn und fuhr zurück. Einmal im Leben Fasching ist genug.