Volles Glück

Matt S. Bakausky
Matt S. Bakausky

Ich würde der Merkel schon mal gerne ein Hemd bügeln, wenn du verstehst was ich meine.

Ich verstand nicht und schaute nur fragend.

Wenn man gewinnt kann man verlieren und wenn man verliert, kann man nicht mehr gewinnen, sagte sie und verschwand neun Wochen auf Reha.

Ich war ein Einzelkind. Okay, ich hatte noch eine Schwester, aber die war auch ein Einzelkind. Nach dem Verschwinden meiner Mutter verbrachten wir zum ersten Mal längere Zeit mit unserem Vater. Der kochte gerne Apfelpfannkuchen und bestellte uns beim Italiener eine Extraportion Rigatoni Bolognese für den Henkelmann. Er war beim Italiener beliebt, da er einmal 50 Euro Trinkgeld gab. Bei manchen Italienern war er auch nicht so beliebt, weil er immer alles mit Karte zahlte und nicht jeder Italiener die American Express akzeptierte. Was wir erst nach dem Essen feststellten. Ich und das andere Einzelkind fanden beim gemeinsamen Spielen - wir wollten uns verkleiden - im Schneeanarok zwei verpackte Geschenke. Eine Bibi Blocksberg und eine Benjamin Blümchen CD. Aufgeregt erzählten wir unserer Mutter von dem Fund am Telefon.

Sie hatte diese für Nikolaus dort versteckt, aber für den Moment gab es für mich einen kleinen Sinn des Wunderns.

Welche Geschenke noch im Leben versteckt auf mich warten würden.

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